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Italienische Keramik

Italienische Keramik – Arten und Unterschiede

 

Italienische Keramik eignet sich wunderbar, um sich daheim eine ein wenig italienische, edle sowie natürliche Atmosphäre zu schaffen und zu genießen.

Doch welche Arten und Unterschiede italienischer Keramik gibt es?

Eine Orientierungshilfe bietet eine Klärung einiger Arten italienischer Keramik sowie ein Überblick über einige regionale Unterschiede italienischer Keramik.

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Arten italienischer Keramik

Die Arten italienischer Keramik sind hauptsächlich diese:

La Maiolica

ITALIENISCHE KERAMIK MAJOLIKA TELLER
ITALIENISCHE KERAMIK MAJOLIKA TELLER

Die italienischen Keramiken, denen man als Italienreisender in Urlaubsorten als  erstes begegnet, sind oft die farbig bemalten Gefäße. Diese werden sowohl zum Essen als auch zum Trinken benutzt. Bei diesen handelt es sich meist um die typische Majolika, auf  Italienisch „maiolica“.

Eine typische Majolika entsteht, indem ein Gegenstand  aus unbehandeltem Ton, von italienischen Keramikern „biscotto“ genannt, meist  mit einer weißen Glasur überzogen und dann bemalt wird. Im Ofen verschmelzen  dann die Glasur und die Farben. Die Farben bekommen erst nach dem Brand ihre Leuchtkraft.

Viele Handwerker versehen die Artikel nachträglich mit einer feinen  Glasschicht. Diese nennt man „cristallina“. Diese sorgt bei dieser Art italienischer Keramik sowohl  für mehr Glanz und Glätte und schützt die Bemalung.

Der Begriff Fayence leitet sich von der Stadt Faenza in der Emilia Romagna ab. Diese stellte Majolika her. Frankreich gab dieser Majolika einen eigenen Namen und  importierte sie.

La Terracotta

Als „terracotta“, auf Deutsch Terrakotta, wird Keramikware aus Ton bezeichnet,  die, nachdem sie geformt wird, nur einmal im Ofen gebrannt wird. Durch den Brand  wird aus der leicht formbaren Masse ein harter Gegenstand. Die Farben von  Terrakotta reichen von Beige bis zu bräunlichem Rot. Diese Art italienischer  Keramik hat eine poröse Oberfläche und ist nicht wasserdicht.

Il Cotto

Wer einmal in Siena war und auf dem beeindruckenden Piazza del Campo stand,  erinnert sich vielleicht. Dieser ist mit bräunlich roten Cotto-Fliesen  ausgelegt. Il cotto ist also eine Art italienischer Keramik, die für  Bodenbeläge benutzt wird und sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut,  und dies sowohl für Außen- als auch für Innenbereiche.

Il Grès

ITALIENISCHE KERAMIK STEINZEUG TELLER
ITALIENISCHE KERAMIK STEINZEUG TELLER

Als „grès“, auf Deutsch Steinzeug, wird Ware aus Keramik bezeichnet, die zur  selben Klasse wie Porzellan gehört und die beim Brennen im Ofen wasserdicht  wird. Im Gegensatz zu Majolika braucht Steinzeug also keine zusätzliche Glasur,  um wasserdicht zu sein. Außerdem ist Steinzeug härter und fester als Terrakotta-  oder Majolikaware und wird deswegen häufig für Bodenbeläge benutzt.

La Porcellana

Dem deutschen Wort Porzellan entspricht der italienische Begriff „porcellana“  und bezeichnet weiße Keramikwaren, bei denen die Tonerde Kaolin enthalten muss.  Je nach Feinheit und Zusammensetzung kann Porzellan mehr oder weniger  transparent und resistent sein.

Mit Bone China wird generell Porzellanware bezeichnet, bei der Knochenasche der Porzellanmasse hinzugefügt wird, wodurch sie transparenter, glänzender und  fester wird.

 

Italienische Keramik – regionale Unterschiede

Italienische Keramik – Sizilien

Im Laufe der Geschichte war Sizilien von vielen verschiedenen Völkern beherrscht worden, weswegen dort unter anderem griechische, byzantinische und arabische Einflüsse zu sehen sind. Unter arabischer Herrschaft florierte hier die Herstellung von Keramiken.

Heute sind diese oft farbenfroh und enthalten meist  grüne, himmelblaue und gelbe Farbtöne auf hellem Untergrund. Typische Waren sind  neben dekorativen Majolika-Tellern Weihwasserhalter und religiöse Figuren sowie  originelle Vasen in Form von Köpfen.

Die Geschichte sizilianischer Keramik kann in einigen Museen italienischer Keramik gut nachvollzogen werden.

Italienische Keramik – Toskana

Die Toskana gehörte damals zur Region der Etrusker, weswegen man hier öfter mal auf etruskisch inspirierte Waren stoßen kann. Diese sind meist einfache Formen in rotbrauner Terrakotta. Man kann jedoch hier auch von verschiedenen Epochen inspirierte Terrakotta finden. Von den Formen her sind es meist Übertöpfe, Vasen, Pflanzenkübel und Figuren.

Ursprünglich stellte die Toskana Keramiken für Apotheken, Krankenhäuser und für bedeutende aristokratische Familien, wie z. B. für die Familie Medici, sowie für nicht adelige Familien her.

Neben einfarbiger Terrakotta wird Majolika heute in mehreren Orten hergestellt. Diese bezieht ihre Inspiration hier oft von Motiven der Renaissance, der Epoche, die dem Grundprinzip der Schönheit in Natur und Mensch folgte und nach Vollkommenheit und Harmonie strebte. Botticelli und Michelangelo sind berühmte Künstler aus dieser Zeit. In dieser Art italienischer Keramik findet man oft flächendeckend bemalte Waren mit stilisierten und verspielten floralen Rankenmustern, die man im Italienischen „arabesco“ nennt, oder „grottesco“, wenn diese filigraner sind und zusätzlich Phantasiewesen, wie beispielsweise Drachen, enthalten.

Italienische Keramik – Umbrien

Als Nachbarregion der Toskana gibt es in Umbrien einige Stilrichtungen italienischer Keramik, die sich auch hier wiederfinden. Dazu gehören die oben genannten Stile „arabesco“ und „grotesco“, auch „raffaellesco“ genannt. Hier kann man manchmal auch Majolika mit mittelalterlichen Motiven finden, die nicht floral und filigran verspielt, sondern eher linearer und kräftiger ausgearbeitet sind.

Des Weiteren kann man in Umbrien Keramiken finden, die ebenfalls von der Renaissance inspiriert, auf denen jedoch Portraits von Personen abgebildet sind. Diesen Stil nennt man „pompa“. Dieser Stil ist vom malerischen Können her sehr anspruchsvoll, da man dafür figürliches Malen beherrschen muss. Ein weiterer Stil ist der „istoriato“, der meist die gesamte Fläche des Gegenstandes abdeckt und religiöse oder mythologische Szenen dreidimensional darstellt und für den man anspruchsvolles perspektivisches und figürliches malerisches Können benötigt. Für diese Art italienischer Keramik sind die Farben Orange, Kobaltblau, Gelb, Grün und Braun typisch. Manchmal findet man hier auch Waren, die einen edlen Goldschimmer, „lustro“ genannt, haben.

Insgesamt gesehen wirken Keramiken aus Umbrien sehr sauber und präzise bemalt.

Italienische Keramik – Emilia Romagna

In der Emilia Romagna kann man neben den oben genannten Stilen „arabesco“, „grotesco“ oder auch „raffaellesco“, „pompa“ und „istoriato“ auch einige andere Stile finden. Dazu gehört der aus dem Mittelalter stammende „occhio di penna di pavone“, zu Deutsch Pfauenauge. Dies sind meist in Dunkelblau auf weißem Grund gemalte Pfauenfedern, die von orangen Motiven umgeben sind.

Historisch gesehen erscheint nach dem aufwendigen Stil „istoriato“ mit flächendeckender Bemalung der radikal andere Stil „compendiario“, der heute seltener anzufinden ist. Bei diesem sind die Keramiken schlicht weiß und mit ganz wenigen kleinen Motiven meist in Blau, Gelb oder Orange bemalt.

Die Geschichte von Keramiken aus dieser Region kann in einigen Museen italienischer Keramik gut nachvollzogen werden.

Italienische Keramik – Latium

Der Norden der Region Latium ist ein wichtiges Zentrum Italiens für die industrielle Herstellung von Fliesen.

Des Weiteren findet man hier vereinzelt Gebrauchsgegenstände, die vom früheren Mittelalter der Gegend inspiriert sind und eine ganz schlichte, funktionale Form und eine ganz einfache Bemalung haben. Da gibt es einmal den Stil „arcaico“ und dann den Stil „zaffera“. Die Waren im Stil „arcaico“ haben eine weißliche Glasur und sind mit stilisierten Blättern, mit wenigen Linien und manchmal mit zopfartigen Linien in Grün oder Braun gemalt. Der Stil „zaffera“ hingegen ist dem „arcaico“ sehr ähnlich, nur wird dieser ausschließlich in Blau gemalt und hat die Besonderheit, dass die Farbe sehr dick aufgetragen wird und fast plastisch wirkt.

Im Norden Latiums gab es früher ebenfalls Etrusker, weswegen man hier ganz vereinzelt von Etruskern inspirierte Keramiken finden kann. Diese ähneln denen der griechischen Antike und sind schwarze Figuren auf hellem Grund oder helle Figuren auf schwarzem Grund und zeigen Tiere, mythologische oder alltägliche Szenen.

Ganz selten kann man schwarze Keramiken im Stil „bucchero“ finden, die einen ganz eigenen Reiz haben. Dass diese schwarz sind, liegt nicht an der Bemalung, sondern an einer besonderen Technik beim Brennen des Tons.

Italienische Keramik – Kampanien

An der Küste Kampaniens kann man Keramiken finden, die einen eigenen Stil haben. Diese sind meist farbenfroh und am Rand mit einfachen großflächigen, weiß belassenen Motiven versehen, die oft stilisierte Tiere darstellen und so wirken, als seien sie von Kindeshand gemalt.

Italienische Keramik – Marken

In den Marken kann man neben Keramiken im aufwendigen Stil „istoriato“ finden, darunter auch moderne, minimalistisch designte Keramiken in Steinzeug, die einen radikalen Bruch mit den traditionell bemalten Keramiken darstellen.

Fazit

Italienische Keramik gibt es in vielen Arten und mit regionalen Unterschieden. Von einfacher Terrakotta über moderne und minimalistisch designte Waren über Waren mit einfachen Motiven bis hin zu solchen mit aufwendiger und anspruchsvoller Bemalung. Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein, um sich daheim eine ein wenig italienische, edle und natürliche Atmosphäre zu schaffen und zu genießen.

 

Dies ist eine Seite vom italienischen Maufakturenladen Botteghe Contemporanee.

Herstellung italienischer Keramik

Die Herstellung italienischer Keramik reicht von manueller bis hin zur automatisierten Herstellung, und von Fliesen und Kacheln über Sanitärkeramik, feuerfeste Werkstoffe bis hin zu Geschirr und Wohnaccessoires.

Hier gibt es Informationen darüber, wie italienische Keramik handwerklich in einer Manufaktur, in einem Industriebetrieb und von freien Künstlern hergestellt wird.

Handwerkliche Herstellung italienischer Keramik

Vorbereitung des Tons

Die Herstellung italienischer Keramik beginnt mit der Vorbereitung des Ausgangsmaterials, dem Ton. Dieser kommt in der Natur meist in der Nähe des Handwerkers vor und wird mit einem Prozess von Unreinheiten befreit. Dafür werden die Tonstücke zerkleinert, mit Wasser verflüssigt und dann durch Filter gepresst. Der daraus entstandene Ton wird dann einige Monate in Räumen bei konstanter Temperatur gelagert.

Herstellung der Form

Je nachdem, welche Form man herstellen möchte, wird der Ton dann mit verschiedenen Techniken bearbeitet. Möchte man symmetrische und zylindrische Formen wie z. B. Vasen herstellen, wird der Ton auf eine Drehscheibe gelegt und dann von Hand modelliert.
Viele flache Formen, wie z. B. Teller, oder auch große Vasen oder Pflanzenkübel werden hergestellt, indem man den Ton von Hand in eine Form aus Gips drückt. Wenn der Handwerker so eine Form noch nicht hat, wird erst der Prototyp des Gegenstands per Hand modelliert und davon dann ein Gipsabdruck gemacht.
Kompliziertere Formen können hergestellt werden, indem man sich ein Gipsmodell macht und dieses mit flüssigem Ton füllt und sie dann trocknen lässt. Einige Betriebe benutzen diese Technik auch für einfachere Formen.
Man kann diese Techniken auch kombinieren und bspw. die Grundform per Hand
herstellen und komplizierte Griffe oder anderes gießen und diese dann zusammenfügen.

Trocknung

Nachdem die Form hergestellt wurde, muss diese an der Luft trocknen. Dies hört sich einfach an, ist aber ein delikater Prozess, der wesentlich zur Qualität des Endprodukts beitragen kann und deswegen mit besonderer Aufmerksamkeit vonstattengeht. Eine homogene und gleichmäßige Trocknung ist Garantie für die Haltbarkeit und Form der Ware. Eine ungleichmäßige Trocknung kann zu Deformierungen führen.

Nach etwa einer Woche wird der Form der letzte Schliff gegeben, die Kanten gesäubert und eventuelle Komponenten angebracht. Danach muss die Form noch etwa drei Wochen ruhen, um die verbliebene Feuchtigkeit zu verlieren. Nun kann die Form zum ersten Brand in den Ofen.

Erster Brand

Der Brennprozess ist ebenfalls delikat und kann hin und wieder für Überraschungen sorgen, da hier viele verschiedene Faktoren zusammenkommen. Zum einen muss der Ton anfangs gut gereinigt und die Form ausreichend getrocknet worden sein. Dann muss die Temperatur im Ofen stufenweise für bestimmte Zeiten ansteigen und absinken, wobei bei jeder Stufe andere Dinge im Ton passieren. Die Form wird in dieser Phase bei ungefähr 1.020 Grad gebrannt, wodurch der „biscotto“, die Terrakotta, entsteht.

Glasur und zweiter Brand

Nach dem ersten Brand wird die Form in eine weiße Glasur getaucht, die den noch porösen Ton umschließt und die beim zweiten Brand schmilzt, glatt wird und die Form schützt.

Unterglasurdekor

Bei vielen italienischen Majolika dient diese Glasur als Grundlage, auf die das eigentliche Dekor aufgemalt wird, bevor die Form zum zweiten Brand kommt. Im zweiten Brand verschmilzt dann die Glasur mit dem Dekor. Diese Art der Bemalung nennt man Unterglasurdekor. Da das Dekor unter der harten Glasur liegt, ist es gut gegen äußere Einflüsse geschützt. Viele Keramiker in Italien besprühen ihre Waren zusätzlich mit flüssigem Glas, welches wie eine hauchdünne Beschichtung das Dekor zusätzlich schützt und die Farben brillanter macht. Im Vergleich zu Inglasur- und Aufglasurdekoren sind Unterglasurdekore die hochwertigsten.

Inglasurdekore und dritter Brand

Dekore, die nach dem zweiten Brand auf die glatte Glasur aufgetragen werden, nennt man Inglasurdekore. Bei einem dritten Brand verbindet sich dieses Dekor mit der Glasur. Da diese Dekore in der harten Glasur liegen, sind auch diese gegen äußere Beanspruchungen geschützt.

Aufglasurdekore

Aufglasurdekore werden auf die Glasur aufgeschmolzen und sind angreifbarer als Unter- und Inglasurdekore.

Die große Mehrheit der Handwerksbetriebe in Italien sind laut Statistikamt Istat, Archivio Statistico delle Imprese Attive, die Einzelunternehmen, die sich im Jahr 2009 auf fast 80 % belaufen und im Durchschnitt zwei Personen beschäftigen. Nur 4 % sind GmbHs mit durchschnittlich sieben Personen.
Handwerksbetriebe können auch auf die Herstellung von Komponenten spezialisiert sein, die andere Handwerker dann weiter bearbeiten. Dies kann man manchmal bei Einzelunternehmen antreffen, die sich die vorgefertigte Ware in Terrakotta kaufen und diese dann glasieren und bemalen.

Industrielle Herstellung italienischer Keramik

Vorbereitung des Tons

Bei der industriellen Herstellung italienischer Keramik wird der Ton, einer bestimmten Rezeptur folgend, mit verschiedenen Materialien gemischt. Diese Zutaten werden maschinell dosiert und ergeben ein keramisches Pulver.

Herstellung der Form

Eine Methode zur industriellen Herstellung von Formen besteht darin, das keramische Pulver mit Wasser flüssig werden zu lassen und es in vorgefertigte Formen zu gießen. Dieses Schlickerguss-Verfahren erlaubt die massenhafte Herstellung von Artikeln.

Eine weitere industrielle Methode zur Formgebung ist das maschinelle Pressen des knetbaren Tons in vorgefertigte Formen. Dabei wird automatisch eine bestimmte Menge des plastischen Tons abgeschnitten, welche in vorgefertigte Formen fällt. Diese Formen befinden sich auf einem Fließband, auf dem sie automatisch den gesamten Prozess der Formgebung durchlaufen.

Das folgende Video (Dauer circa 9 Minuten) zeigt eine automatisierte Herstellung von Tellern.

Link zum Video

Die industriell hergestellten Keramiken haben meist einfache und standardisierte Formen.

Trocknung

Die Trocknung der Formen erfolgt in klimatisierten Räumen.

Erster Brand

Wie bei Handwerksbetrieben auch, werden die Formen in der Industrie ebenfalls einem ersten Brand ausgesetzt, durch den aus dem Ton ein hartes Produkt entsteht. Hier werden spezielle, auf die Massenabfertigung abgestimmte, Öfen benutzt, die teilweise kontinuierlich laufen.

Glasur und zweiter Brand

Um den noch porösen Ton wasserdicht und glatt zu machen, wird die Form, wie im Handwerk auch, mit einer Glasur versehen, die mit einem zweiten Brand aufgebracht wird.

Inglasurdekore und dritter Brand

Im Unterschied zum Handwerk findet man in der Industrie Dekore, die nicht von Hand aufgemalt, sondern vorher ausgedruckt und aufgelegt werden und sich durch einen dritten Brand mit der Glasur verbinden. Diese Technik vereinfacht die Dekoration von Keramiken enorm, wirkt jedoch oft flach und kühl.

Keramikherstellung durch freie Künstler

Vorbereitung des Tons

Freie Keramik-Künstler kaufen meist den bereits zur Verarbeitung vorgefertigten Ton und haben somit keinen Einfluss auf die enthaltenen Materialien und die Qualität des Tons.

Herstellung der Form

Freie Künstler sind, im Gegensatz zu Handwerkern, die meist Gebrauchsgegenstände mit Bezug zu lokalen Traditionen herstellen, offener in der Gestaltung ihrer Produkte. Sie experimentieren mit Formen, Materialien, Farben und Techniken und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Bei ihnen entstehen keine Massenproduktionen oder Artikel in Serienanfertigung, sondern meist Unikate.

Trocknung

Die delikate Phase der Trocknung hängt von den jeweiligen Räumlichkeiten und Möglichkeiten eines Künstlers ab. Nicht jeder wird die Möglichkeit haben, spezielle Räume für die Trocknung zu haben und die Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Brand, Glasur und Dekor Je nachdem, wie sich ein Künstler organisiert, kann er einen mehr oder weniger professionellen Ofen benutzen und damit mehr oder weniger professionelle Ergebnisse erzielen.

Fazit

Die Herstellung italienischer Keramik kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen, die unterschiedliche Ergebnisse erzeugen. Handwerklich hergestellte Waren haben meist einen Bezug zur lokalen Tradition, sind Gebrauchsgegenstände für den Alltag mit persönlicher Note des Handwerkers und oft hochwertig. Keramiken als industrielle Massenware sind oft weniger originell, unpersönlich, aber günstiger. Keramiken von freien Künstlern können sehr kreativ und originell sein und sind oft Unikate.

Gute Qualität italienischer Keramik selbst erkennen

Diese Tipps helfen beim Erkennen guter Qualität handwerklich hergestellter italienischer Keramik, da die Qualität von Hersteller zu Hersteller sehr schwanken kann. Man kann versuchen, die Qualität nach technischen und praktischen Aspekten sowie nach dem Design zu beurteilen.

Technische Aspekte

Qualität des Tons

Bei dem gebrannten Terrakotta-Ton spielt die Qualität des Tons selbst eine große Rolle. Wenn dieser Unreinheiten enthält, können diese beim Brennen zu Unebenheiten am Produkt, wie z. B. kleine Löcher, führen. Gute Terrakotta sollte vom Erscheinungsbild her homogen sein und hat in der Regel keine Unebenheiten oder kleine Löcher an der Oberfläche, es sei denn, man hat es stilistisch so gewollt.

Die Glasur

Die Glasur bei glasierter Terrakotta sollte gleichmäßig aufgebracht sein. Manchmal kann man Produkte sehen, bei denen die Glasur Tropfen, partielle Verdickungen, schlierenartige Streifen oder kleine Löcher zeigt. Um dies zu prüfen, sollte man die Produkte auch ruhig mal von verschiedenen Seiten betrachten.

Das Dekor

Beim Dekor von Keramiken gibt es Techniken, die unterschiedlich viel kosten und unterschiedlich aufwändig sind. Die aufwändigste und teuerste Dekorationsart sind Unterglasurdekore, gefolgt von Inglasurdekoren. Die unkompliziertesten und günstigsten sind Aufglasurdekore. Viele italienische Keramiker benutzen die hochwertigeren Unterglasurdekore.

Ausarbeitung

Abgesehen von der verwendeten Technik an sich, kommt es bei guter Qualität auch auf die Ausarbeitung an. Je sauberer und gleichmäßiger diese ausfällt, desto hochwertiger ist das Produkt, es sei denn, es ist gewollt anders gemacht worden. Dies kann bei schief oder gerade aufgebrachten Motiven anfangen, geht über ungleichmäßigen oder gleichmäßigen Farbauftrag, und kann bis zu Klecksen oder Flecken an ungewollten Stellen gehen. Es gibt jedoch auch Keramiker, die absichtlich mit solchen unregelmäßigen Effekten arbeiten und so ebenfalls tolle Produkte herstellen. Bei einigen sehen die Dekore aus wie Aquarelle, bei anderen wie Ölmalerei, bei anderen wie Action Painting. Es gibt allerdings auch Keramiker, die kaum eine Qualitätskontrolle vornehmen.

Praktische Aspekte

Spülmaschine und Mikrowelle

Der praktische Nutzen von Keramiken im Alltag spielt für viele eine wichtige Rolle. Wer darauf Wert legt, sollte prüfen, ob man die Keramik in der Spülmaschine reinigen und in der Mikrowelle benutzen darf.

Gutes Design

Ein weiterer Aspekt zur Beurteilung von guter Qualität beim Dekor ist der der malerischen Fähigkeiten eines Keramikers. Figürliche Darstellungen, Landschaftsbilder und Tiere fast realistisch und richtig darstellen zu können, ist wesentlich aufwändiger und bedarf wesentlich mehr malerischen Könnens als bunte Tupfen aufzumalen oder gleichmäßige Flächen auszumalen.
Einige Keramiker entwickeln ein eigenes und innovatives Design, was schwieriger ist, als bestehende Designs Dritter zu übernehmen oder leicht abzuändern, was auch häufig passiert. Viele Keramiker orientieren sich sehr stark an traditionellen Keramiken und Stilen früherer Epochen.

Fazit

Die Ansprüche von Keramikern und Kunden sind unterschiedlich, sodass nicht jeder Keramiker eine Qualitätskontrolle durchführt. Die Qualität handwerklich hergestellter italienischer Keramik kann man anhand von technischen, praktischen und Design-technischen Aspekten versuchen, selbst zu beurteilen.